Der Sturm brach irgendwann heute Nachmittag los. Wann genau, kann ich gar nicht sagen, aber er erwischte mich eiskalt und wir wirbelten eine ganze Weile durch die Luft. Konzentrier’ dich, Mariuca! Und fokussiere dich gefälligst auf einen Punkt! Kein Mensch kann alles auf einmal – Multitasking hin oder her. Nein, du musst den Überblick behalten! Aber schön eine Sache nach der anderen. Verdammt! Bin ich dem überhaupt gewachsen? Ist das das Richtige für mich?
Jetzt bin ich wieder in meiner sicheren Höhle und alles ist ruhig. Zu ruhig. Denn ich bin immer noch aufgekratzt, immer noch darauf gefasst, dass etwas Unerwartetes passieren könnte, auf das ich lieber vorbereitet sein sollte. Aber es passiert nichts, gar nichts. Alles ist still, kein anderer Mensch scheint in Reichweite zu sein. Oder zumindest keiner, den ich gern in Reichweite hätte.
Was der Regisseur sich dabei wohl gedacht hat?! Ich muss jedenfalls sagen, dass mir der Film nicht so gut gefallen hat. Schlechtes Drehbuch, teilweise miese Darsteller (ein paar richtig tolle Charaktere waren allerdings auch dabei, sonst hätte ich mir den Film gar nicht bis zum Ende angeschaut) – und die Gags waren größtenteils an den Haaren herbei gezogen. Das Ende hat er auch offen gelassen. Ich kann also noch auf ein Happy End hoffen. Oder auf die Fortsetzung. Vermute nämlich, dass es sich um einen Mehrteiler handelt.
Der erste Teil war ein Melodram, vielleicht wird der zweite ja eine Komödie? Eine über Freundschaft, Liebe und Selbstverwirklichung, wenn ich Glück habe. Sollte wohl noch mal ein ernstes Wort mit dem Regisseur wechseln. Ich habe ja gar nichts gegen Drama, aber man kann es auch übertreiben…
Offenbar muss man nicht nur vorsichtig sein, mit dem, was man sich wünscht. Nein, man sollte sich auch genau überlegen, was man ausspricht. Erst gestern habe ich einer Freundin von einem Jobangebot erzählt, auf das ich mich vor einigen Monaten beworben hatte. Damals wurde nichts daraus. Heute bekam ich dann eine Mail von genau diesem Unternehmen! Mit der Frage, ob ich noch Interesse habe.
Muss ich mich denn jetzt gar nicht mehr bewerben? Kommen die Jobs ab sofort freiwillig zu mir? Irgendwie ist mir das mal wieder ziemlich unheimlich. Das kann doch alles nur ein Irrtum sein…
Manche Leute haben wirklich seltsame Vorstellungen von Freundschaft. Sie zeigen stolz das Messer, das sie danach wieder hinter ihrem Rücken verstecken. Und denken doch tatsächlich, dass man einem Freund nicht verrät, dass der Typ ein Messer hat, bevor der Freund zu ihm geht. Als ließe man seine Freunde ins offene Messer laufen…
Auch wenn mir mein erster Berliner Winter noch bevor steht und ich bereits jetzt ahne, dass das ne ziemlich harte Erfahrung für mich werden könnte – jetzt freue ich mich darauf. An diesem Wochenende hatte ich nämlich ein sehr schönes, fast magisches Erlebnis.
Es war längst dunkel, als ich aus dem altehrwürdigen Gebäude heraustrat. Wie kleine Wattebäusche sanken Schneeflocken langsam vom Himmel, tanzten in der Luft, bis sie den Boden berührten. Es war ein wunderschöner Anblick. Friedlich herunterfallende kleine, weiße Eiskristalle vor der Kulisse dieser sonst so atemlosen Stadt.
Ich wandte mein Gesicht gen Himmel und fing die Schneeflocken mit meiner Nasenspitze auf. In der Luft lag der Duft von Weihnachten. Die Kälte spürte ich kaum mehr und hatte es auch plötzlich gar nicht mehr eilig, nach Hause zu kommen.
Alles Gute zum Tag der Verpeilten, Mariuca!
Kleine Zusammenfassung: Aus dem Bett gekrochen, jetzt erstmal nen Kaffee. Kaffeemaschine zum Überlaufen gebracht (fragt mich nicht, wie ich das wieder geschafft habe), die halbe Küche unter Wasser gesetzt, geflucht (immer noch kein Kaffee!), erstmal alles wieder in Ordnung gebracht. Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich die Küche gerade erst gestern geputzt hatte. Dann ins Internet. Komisch, funktioniert nicht. Hmmmm… vielleicht sollte ich das Internetkabel vorher noch mit dem Computer verbinden?!
Und das waren nur die ersten 20 Minuten des Tages. Mal sehn, was mich noch so erwartet…
„Bei dir scheint es endlich wieder aufwärts zu gehen“, sagte sie gestern Nacht mit einem Lächeln zu mir, als wir noch gemütlich in der Küche saßen. „Und das ist echt schön, zu sehen.“ Ja, so ist es wohl.
Gerade in den letzten Tagen gab es einiges an positivem Feedback für die kleine Zweiflerin in mir. Das ist natürlich etwas beängstigend, wenn man damit so gar nicht gerechnet hat. ;-) Ab und zu meldet sie sich trotzdem noch zu Wort. Es kann ja auch nicht sein, dass plötzlich alles so rund läuft. Sie wartet immer noch auf das böse Erwachen – dieses Mal aber hoffentlich vergeblich.
Warum muss man sich eigentlich immer genau dann mit gewissen Dingen auseinander setzen, wenn man sie einfach nur noch vergessen will? Und wenn man sich dann sogar dazu zwingt, warum kann dann nicht wenigstens mal alles glatt laufen? Weil du von diesen Dingen zu wenig Ahnung hast, Kleine. Oder grade keine Ahnung davon haben willst. Der Wunsch zur Verdrängung und die Notwendigkeit, gewisse Dinge zu regeln, passen nun mal nicht zusammen.
Ich versuche ja, tapfer zu sein, aber die Wunden sind noch zu frisch. Heute gab es zur Abwechslung gleich noch zwei Schläge gegen das wankende Gerüst namens Selbstbewusstsein. Könnte mich mal jemand in Watte packen, bitte?!