Erbarmungswürdig
Da stand er. Neben mir in der U-Bahn. Der traurigste Hund, den ich jemals gesehen habe. Den Kopf von Zeit zu Zeit bewegend wie in Zeitlupe, den Blick gesenkt. In Fluchtbereitschaft. Seine Beine zitterten. Er wirkte ruhelos, verloren irgendwie. Als habe er sich ängstlich und resigniert zugleich seinem Schicksal ergeben. Während der gesamten Fahrt konnte ich meinen Blick nicht mehr von ihm abwenden. Er jedoch schien die vielen Menschen – wenn überhaupt – nur als potenziell bedrohliche Masse wahrzunehmen und es nicht zu wagen, einem von ihnen in die Augen zu schauen.
Hätte ihn am liebsten zu mir geholt. Seinen Kopf schützend in meinen Schoß gelegt, ihn gestreichelt und im zugeflüstert: „Alles wird gut…“
Hätte ihn am liebsten zu mir geholt. Seinen Kopf schützend in meinen Schoß gelegt, ihn gestreichelt und im zugeflüstert: „Alles wird gut…“
mariuca - 20. Mai, 14:38
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